Der Weg zur Galerie

Als Maria Zanders 1904 starb, ging das Haus in den Besitz ihres Sohnes Hans über, der hier mit seiner belgischen Ehefrau und seinen sechs Kindern wohnte.

Er ließ den Bau im Inneren erheblich verändern. Vor allem die völlige Veränderung der Haupttreppe, mit der eine Verlegung des Haupteingangs zur Ostseite einher ging, zog eine Umgestaltung der Erdgeschosshalle in klassizistischen Formen nach sich.

Damals (1910/11) wurde auch der ursprünglich überkuppelte Wintergarten in seiner heutigen Form erneuert und das Erdgeschoss innenarchitektonisch überarbeitet. Damals erhielten die Räume durch die bekannte Kölner Möbelschreinerei Pallenberg ihr jetziges Aussehen: Der ehemalige Speisesaal, der heutige Rote Salon, wurde im Louis-seize-Stil, das angrenzende ehemalige Musikzimmer hingegen im Stil des Louis-quinze ausgestattet.

Der feudale Rahmen wird bis auf den heutigen Tag gerne und oft für festliche Veranstaltungen genutzt. Olga Peltzer, die Witwe von Hans Zanders, bewohnte das Haus bis 1932. Dann wurde es an den neu gebildeten Rheinisch-Bergischen Kreis veräußert, der hier das Landratsamt einrichtete. Damit endete die Geschichte der Villa Zanders als großbürgerliches Wohnhaus, als private Villa. Sie diente fortan für rund 40 Jahre Verwaltungszwecken.

1967 ging sie vom Kreis in das Eigentum der Stadt Bergisch Gladbach über. Das Alter und die intensive Nutzung des Gebäudes durch die Dienststellen hatten von dem einstigen herrschaftlichen Glanz wenig übrig gelassen. Die Stadt veranlaßte anläßlich des 100. Geburtstages der Villa 1974 zwar eine Teilsanierung, bevor sie hier erste kleine Ausstellungen und verschiedene Sammlungen (Fossiliensammlung, Altenberger Dom-Verein, Nachlaß des Malers Walter Lindgens, Stiftung Zanders) präsentierte. Doch erwies sich eine grundlegende Sanierung des Gebäudes als unumgänglich. Mit ihr wurde Ende der 1980er Jahren begonnen, und 1992 fand die feierliche Wiedereröffnung nunmehr als Städtische Galerie Villa Zanders statt.

Das alte Haus hat seine alte Noblesse wiedergewonnen und bietet seitdem auf drei Etagen Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.