
Stuck in den Raumecken über dem Sims: Die vier Erdteile Europa, Afrika, Amerika und Asien

Putti halten Wappenschilde von Berg, Pfalz und den Medici
Die Zweckentfremdung bis zum Umbau 1838
Schloss Bensberg wurde nie wie vorgesehen als fürstliches Jagdschloss genutzt, sondern zunächst nur als Kaserne und Lazarett. Von der Bauzeit bis 1806 wurde es bewacht von einer im südlichen Vorgebäude untergebrachten Kompanie von 25 pfälzischen Reitern, erst von Invaliden aus dem Spanischen Erbfolgekrieg und später von Veteranen. Am Ende des Südflügels wohnte die Familie des Burggrafen und Schlossverwalters.
Caspar Wolf, Schloß Bensberg von Nordosten, Feder, aquareliert, 1781
Nur wenige Besucher kamen und schrieben ihre Eindrücke auf. Goethe
bewunderte 1774 vor allem die Gemälde aus dem Jagdzyklus von Jan
Weenix. Dem Kunstkritiker Merck imponierten 1778 mehr die
venezianischen Bilder, die Fresken von Zanetti im südlichen Treppenhaus
und die exakte Zeichnung in den 40 Ölgemälden des Deckenspezialisten
Bellucci. Die moderne Art Pellegrinis in seinen über 50 für Schloss
Bensberg gemalten Ölgemälde und Fresken kritisierte er, weil die exakte
Zeichnung fehlte und die Farben ineinander flossen.

1942 durch Brand zerstört: Kuppelfresko im ehemaligen Treppenhaus
Schloss Bensberg wurde 1793 von Habsburgern und 1813 von Franzosen als Lazarett genutzt. Je über 3000 verwundete Soldaten starben wegen fehlender Hygiene an Seuchen und wurden im nahen Hardtwald in Massengräbern verscharrt, wo der Kaiserliche und der Französische Friedhof an sie erinnern. Durch den Wiener Kongress kam Schloss Bensberg 1815 an Preußen, zuerst mit einem preußischen Lazarett.
