Impressionen der letzten 12 Monate (Fotos: Michael Wittassek)


Protokoll der Mitgliederversammlung des
Galerie+Schloss e. V. vom 19. Mai 2010

Top 1
Die Vorsitzende stellte die termingerechte Einladung und die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest; anwesend waren 40 Mitglieder.

Top 2
Die Vorsitzende trug den Geschäftsbericht vor, der wie jedes Jahr untermalt wurde durch eine Foto-Schau der wichtigsten Momente aus 2009.
Sie schilderte, dass der Verein sich auch in 2009 wieder stark im Kulturleben von Bergisch Gladbach und Bensberg positionierte und  erneut die große Herausforderung gemeistert habe, ein Museum ohne Etat und nur wenigen angestellten Mitarbeitern erfolgreich zu unterstützen.
Die Mitgliederzahlen seien leider leicht gesunken, die Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit fast 60 Personen aber beständig.
In 2009 wurden wieder 28! Programmpunkte aufgelegt und zusätzlich zahlreiche museumspädagogische Veranstaltungen für Jugendliche und Senioren finanziell unterstützt und teilweise begleitet.
Der Vorstand traf sich regelmäßig um die anstehenden Entscheidungen zu treffen.
Ein besonderer Dank wurde formuliert an den hohen Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Besonderen an die Belegschaft der Artothek, die trotz der längeren Krankheit von Herrn Altmann die Geschäfte reibungslos führte. Herrn Altmann wurden unter starkem Beifall die herzlichsten Wünsche zur baldigen Genesung übermittelt.

In 2009 wurden mit Herrn Altmann und Herrn Offermann zwei Vorstandsmitglieder mit der goldenen Ehrennadel des Rheinisch-Bergischen Kreises ausgezeichnet, in 2010 ging diese Ehrung an die Vorsitzende selbst, sie bedankte sich  für die vielen Briefe und Mails die sie von den Mitgliedern erhalten habe.

Vorgestellt wurde Frau Laura Tucholski, Mitarbeiterin im Freiwilligen Kulturellen Jahr in Trägerschaft des Vereins. Sie  unterstütze u. a. die Museumspädagogik und sei verantwortlich für den monatlichen newsletter. Eine Weiterführung dieser für beide Seiten positiven Maßnahme sei leider wegen fehlender Mittel nicht möglich.
Als weiteres Novum im Verein wurde die Gründung des „Arbeitskreises Baukultur“ benannt, einem Zusammenschluss von derzeit 10 Architekten. Dieser habe das Ziel, Baukultur in Diskussionen und Veranstaltungen mehr Öffentlichkeit zu geben, fachliche Kompetenz zu bündeln und in Fragen der Stadtplanung und -entwicklung anzubieten.

Nachfolgend trug Herr Dr.  Müller-Frank den Stand des multimedialen Projektes „Planung, Bau und Geschichte des Schlosses Bensberg“ vor, dessen Konzeption, Gestaltung sowie Produktion einer interaktiven Anwendung  kurz vor dem Abschluss stehe (siehe Anlage 1).

Herr Dr. Vomm erläuterte schließlich den Geschäftsbericht im Einzelnen (siehe Jahresbericht). Im Spiegel der zahlreichen Aktivitäten des Vereins werde deutlich, in welch hohem Umfang die Galerie von den vielfältigen Leistungen des Vereins abhängig sei. Auf fast allen Ebenen habe  der Verein erhebliche Mittel und persönliches Engagement eingebracht.


Auf Wunsch der Vorsitzenden wurde danach Top 7 vorgezogen, um dem nur begrenzte Zeit anwesenden Mitglied, Herrn Bürgermeister Urbach, die Sorgen des Vereins vortragen und ihn
unmittelbar zur ungewissen Zukunft des Hauses befragen zu können. Von mehreren Mitgliedern wurde insbesondere nach den ausstehenden Personalentscheidungen gefragt und daran erinnert, dass sich mit dem Ausscheiden des Leiters Anfang 2011 auch die Notwendigkeit der Neubesetzung der Geschäftsführerstelle des Vereins ergeben werde. Es gehe dabei also auch um die Zukunft des Vereins. Bisher habe die Stadt die Frage, ob, wann und wie die Leiterstelle der Galerie wiederbesetzt werde, nicht beantwortet. Wegen der schwerwiegenden Bedeutung der Stelle für die Galerie, den Verein und die Kultur der Stadt  sei aber eine rechtzeitige und umfassende Information des Vereins und eine breite Diskussion mit allen Betroffenen unumgänglich. Herr Urbach verwies auf die schwierige Haushaltslage der Stadt. Die Spielregeln des Nothaushaltes würden ihn dazu zwingen, frei werdende Stellen erst nach einem Jahr Vakanz neu besetzen zu können. Es mache keinen Sinn, mit dem Kreis als Aufsichtsbehörde über eine Verkürzung dieser Frist zu verhandeln. Über das weitere Procedere nach Verstreichen dieser Frist könnten derzeit auch noch keine zuverlässigen Aussagen gemacht werden. Er bedauere, gegenwärtig nur eine solch vage Auskunft geben zu können. Die Mitglieder beurteilten diese Information als unzureichend und zeigten sich enttäuscht. Als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen und Dispositionen der Galerie und des Vereins seien klare und verbindliche Willensbekundungen der Stadt und von Nöten.
Man vermisste ein überzeugendes Bekenntnis der Stadt zu ihrer eigenen Kultureinrichtung und zugleich eine angemessene Würdigung der ehrenamtlichen Leistungen des Vereins für die Stadt und ihre Bürger. Nach längerer Diskussion und nach Vorschlägen aus den Reihen der Mitglieder wurden folgende Beschlüsse einstimmig gefasst:
  • 1. Im September soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema „Galerie und Verein - Personalsituation und Zukunft“ stattfinden. Zu dieser Veranstaltung sind die Presse, der Ausschuss für Bildung, Kultur, Schule und Sport,  der Bürgermeister und der Fachbereichsleiter Dr. Speer einzuladen.
  • 2. Zur Vorbereitung dieser Veranstaltung wird ein eigener Arbeitskreis gebildet, der im Vorfeld auch die Möglichkeiten alternativer Trägerschaften für die Galerie untersuchen soll.   

Top 3
Der Schatzmeister trug den Finanzbericht vor. Er machte mit Eckdaten die hohe Leistungsfähigkeit des Vereins deutlich.

Top 4
Frau Schlagloth trug den Kassenprüfungsbericht vor. Sie bescheinigte dem Verein eine transparente und korrekte Kassenprüfung.

Top 5
Auf Antrag wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Die Mitglieder dankten dem Vorstand für seine unermüdlichen und erfolgreichen Bemühungen.

Top 6
Frau Schlagloth und Herr Gerd Krämer wurden einstimmig bei einer Enthaltung zu Kassenprüfern gewählt.

Der lange Abend endete in großer allgemeiner Sorge um den Fortbestand des Vereins sowie der ungewissen Zukunft der Städtischen Galerie.


Anlage 1
Multimediales Projekt „Planung, Bau und Geschichte des Schlosses Bensberg“.

Der ehemalige Verein SCHLOSS BENSBERG e.V. hatte in seinen Prioritäten bzgl. der Nutzung des Schlosses der Einrichtung einer historischen Sammlung im Bereich des Schlosses stets einen hohen Stellenwert gegeben und zweckgebunden einen erheblichen Betrag zur Verwendung und Förderung einer solchen Sammlung angespart. Für diesen Zweck stehen 22.561.2 € zur Verfügung.

Nachdem endgültig feststand, dass in unmittelbarer Schlossnähe eine entsprechende Räumlichkeit nicht zur Verfügung gestellt werden konnte, beschloss die Mitgliederversammlung des Galerie + Schloss e.V. am 18. 04. 2008 auf Vorschlag des Vorstandes und mit Zustimmung des Kuratoriums einstimmig als Alternativprojekt die multimediale Darstellung der Schlossgeschichte. Neben der Darstellung der Geschichte werden alle Darstellungen des Schlosses von seiner Planung bis zur Gegenwart und alle Gemälde, die sich im Schloss befanden oder ursprünglich für das Schloss vorgesehen waren zusammengestellt, reproduziert und kommen-tiert. Das Projekt wird gegliedert in:
  • Planung, Bau, Umbauten des Schlosses,
  • Nutzungsgeschichte des Schlosses,
  • Gemälde, Bilder, Darstellungen aus dem Schloss.
  • Virtuelle Außendarstellung des Schlosses in seiner ursprünglichen Form,
  • Virtueller Gang durch die wichtigsten Innenpassagen in ursprünglicher Form, soweit möglich mit Gemälden, Fresken und Stuckmotiven an Wänden, Kabinetten und in den Treppenhäusern.
Es wurde entschieden, die multimediale Präsentation einerseits in einem Info-Terminal in dem Raum des Bergischen Museums in Bensberg, der dort dem Schloss Bensberg bzw. den in Beziehung zum Schloss stehenden Handwerkskünsten gewidmet ist, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und andererseits als DVD mit einem zusätzlichen Booklet in einer an-sprechenden Präsenthülle herauszugeben. Es darf davon ausgegangen werden, dass dieses Paket als umfassende Information auch für Schulen und andere öffentliche Institutionen, als Geschenk, Souvenir und Werbemaßnahme bestens geeignet sein dürfte.

Heutiger Stand:
Der von Frau Limburger recherchierte und dokumentierte Abriss der Geschichte des Schlosses von der Planung bis zur Gegenwart liegt komplett vor. Er befindet sich in der Endphase seiner redaktionellen Bearbeitung und wird in Kürze einem Lektorat unterzogen. Der Umfang des Textes wird ein 96-seitiges Booklet ergeben, der Text stellt gleichzeitig die unterste „Anklickebene“ der digitalen Präsentation dar.

Die Konzeption, Gestaltung und Produktion der interaktiven Anwendung „Historie Schloss Bensberg“ wurde von Herrn Daniel Alker, Visuelle Kommunikation, angeboten. Herr Alker ist Produzent der Homepage Galerie + Schloss e.V. und war an der audiovisuellen Dokumentation „Altenberger Dom“ maßgeblich beteiligt. Die Arbeiten werden in enger Kooperation mit Herrn Max Morsches vom Bergischen Geschichtsverein durchgeführt.
Das Angebot von Herrn Alker liegt uns vor und wird verabredungsgemäß den Mitgliedern des Kuratoriums übersandt. Das Kuratorium hat auf seiner Sitzung am 21. 04. 2010 Interesse am Projekt und Bereitschaft für ein Mit-Sponsoring erklärt und empfohlen, die Finanzierung auf eine breitere Basis zu stellen. Die weitere Vorgehensweise zur Finanzierung des Projektes wird in der Kuratoriumssitzung am 9. Juni auf der Basis der vorliegenden Zahlen diskutiert.